Sexualdelikte

Die verschiedenen Sexualdelikte sind nach Intensität des Eingriffs und besonderen Eigenschaften der verletzten Person gegliedert und werden unterschiedlich streng bestraft. In jedem Fall ist es wichtig, möglichst früh einen Verteidiger beizuziehen. In vielen Fällen wird das (angebliche) Opfer nur ein im Ermittlungsverfahren im Rahmen einer sogenannten kontradiktorischen Vernehmung befragt. Das ist dann die einzige Möglichkeit, diese Person zu befragen und solcherart deren Aussage zu hinterfragen. In der Hauptverhandlung wird dann oft nur noch ein Video dieser Vernehmung vorgespielt, für ergänzende Fragen ist es dann zu spät!

Vergewaltigung

Eine Vergewaltigung liegt vor, wenn Sex erzwungen wird, entweder durch Gewalt, gefährlicher Drohung oder durch Entzug der persönlichen Freiheit. Der Tatbestand der Vergewaltigung wird – vereinfacht gesagt – durch ein “eindringen” verwirklicht.

Vergewaltigung wird mit ein bis 10 Jahren Freiheitsstrafe geahndet, bei besonders Schweren Folgen mit fünf bis 15 Jahren.

Geschlechtliche Nötigung

Die geschlechtliche Nötigung ist auf die erzwungene (durch Gewalt oder gefährliche Drohung) Vornahme oder Duldung einer geschlechtlichen Handlung gerichtet. Sie stellt gewissermaßen die Vorstufe zur Vergewaltigung dar und wird mit einer Freiheitsstrafe zwischen 6 Monaten und 5 Jahren bestraft (in besonders schweren Fällen steigt der Strafrahmen allerdings auch hier auf 5 bis 15 Jahre).

Kinderpornographie

Im Gesetz heißt es richtig Pornographische Darstellungen Minderjähriger. Die Strafdrohungen variieren sehr stark.

Das Gesetz definiert in § 207a Abs 4 StGB Kinderpornographie so:

“(4) Pornographische Darstellungen Minderjähriger sind
1. wirklichkeitsnahe Abbildungen einer geschlechtlichen Handlung an einer unmündigen Person oder einer unmündigen Person an sich selbst, an einer anderen Person oder mit einem Tier,
2. wirklichkeitsnahe Abbildungen eines Geschehens mit einer unmündigen Person, dessen Betrachtung nach den Umständen den Eindruck vermittelt, dass es sich dabei um eine geschlechtliche Handlung an der unmündigen Person oder der unmündigen Person an sich selbst, an einer anderen Person oder mit einem Tier handelt,
3. wirklichkeitsnahe Abbildungen
a) einer geschlechtlichen Handlung im Sinne der Z 1 oder eines Geschehens im Sinne der Z 2, jedoch mit mündigen Minderjährigen, oder
b) der Genitalien oder der Schamgegend Minderjähriger, soweit es sich um reißerisch verzerrte, auf sich selbst reduzierte und von anderen Lebensäußerungen losgelöste Abbildungen handelt, die der sexuellen Erregung des Betrachters dienen;
4. bildliche Darstellungen, deren Betrachtung – zufolge Veränderung einer Abbildung oder ohne Verwendung einer solchen – nach den Umständen den Eindruck vermittelt, es handle sich um eine Abbildung nach den Z 1 bis 3.”

Schon der bloße Besitz oder auch nur wissentlich Zugriff (etwa im Internet) auf eine pornographische Darstellung mit Minderjährigen steht unter Strafe (bis zu 2 Jahren bei unter 14jährigen, bis zu einem Jahr bei 14 bis 17jährigen).

Strenger bestraft wird die Herstellung und Überlassung, worunter jegliche Weiterleitung, etwa auch über What’sApp zu verstehen ist (bis zu 3 Jahren Haft). Erfolgt die Herstellung oder eine sonstige Beschaffungsform zum Zweck der Verbreitung steigt die Strafdrohung nocheinmal auf 6 Monate bis 5 Jahre Haft oder sogar auf 1 bis 10 Jahre Haft bei Anwendung erheblicher Gewalt.

Verteidigung

Als Strafverteidiger analysiere ich mit Ihnen zunächst die Beweislage und den Akteninhalt. Es gilt zu bewerten, ob die im Akt vorhandenen Beweise überhaupt für eine Verurteilung ausreichend sind. Dann wird analysiert, wie belastende Beweise widerlegt werden können und welche entlastenden Beweise noch beigebracht werden können. Und schließlich ist zu entscheiden, ob Sie überhaupt eine Aussage machen, ob dies noch im Ermittlungsverfahren oder erst in der Hauptverhandlung erfolgt oder ob an einem Geständnis kein Weg vorbeiführt, um wenigstens eine mildere Strafe zu erhalten.

Kontakt

Wenn Sie einen Termin für ein Kontaktgespräch oder eine eingehende Beratung vereinbaren möchten, eine Frage zu einer allfälligen Vertretungsübernahme haben oder sonst mit mir in Kontakt treten möchten, rufen Sie mich an (01 / 533 58 53), schicken Sie mir eine E-Mail oder nutzen Sie das Kontaktformular.

Kosten

Der erste Termin ist kostenlos (ausgenommen Besuche in der U-Haft). Bei diesem Termin klären wir ab, ob Sie die Hilfe eines Verteidigers benötigen, wie Ihre Situation aussieht und welche konkreten Schritte als nächstes erforderlich sind. In vielen Fällen kann eine Pauschale vereinbart werden. Wo dies nicht möglich ist rechne ich entweder nach Rechtsanwaltstarif oder Stundensatz (regelmäßig in aufwändigen Wirtschaftsstrafsachen) ab. Dies vereinbaren wir wenn der Akteninhalt bekannt ist und die ungefähr feststeht, wo der Schwerpunkt der Verteidigung liegt. Bei entsprechender Bonität ist auch eine Ratenzahlung (über einen Drittanbieter) denkbar.